Farbe
mit Ausdauer
alles zur Lichtechtheit

In der Sparkasse Rattenberg treffen historische Substanz und zeitgemäße Nutzung zusammen. Stein, Balken, Bestand und gleichzeitig Beratung, Wartezone, Wege, Begegnungen.

Genau bei solchen Projekten zeigt sich, was Objektstoffe leisten müssen. Sie sollen nicht empfindlich sein, wenn viele Menschen täglich daran vorbeigehen. Sie sollen Reinigung aushalten, im Griff gut und optisch verlässlich sein, auch wenn Licht im Raum ein Thema ist.

Und wer schon einmal erlebt hat, dass ein Sofa am Fenster nach einiger Zeit „schießt“, kennt das Prinzip auch aus dem Privatleben. Die Farbe verändert sich, manchmal schleichend, manchmal deutlich. Nicht über Nacht, eher wie eine heimliche Veränderung, die man erst bemerkt, wenn man einmal ein Kissen woanders platziert.

Hier kommt das Thema Lichtechtheit von Stoffen ins Spiel.

Key Facts

  • Lichtechtheit beschreibt, wie stark sich Farben unter Licht verändern
  • Sie zählt genauso wie Scheuerfestigkeit, Pflege und Brandschutz
  • Entscheidend sind Lichtsituation, Farbton, Färbemethode und Faser
  • Die Blauwollskala (1–8) dient als verbreitete Orientierung
  • „Schießen“ im Sonnenlicht ist oft  vorhersehbar
BERATUNGSTERMIN IM DESIGN CENTER VEREINBAREN
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Wohn- & Objekstoffe

Wenn wir über Interior-Stoffe sprechen laufen mehrere Eigenschaften parallel:

  • Abrieb und Alltagstauglichkeit
  • Pilling und Oberflächenbild: damit Texturen nicht rasch „müde“ wirken
  • Reinigung und Pflege: Flecken, Desinfektion, Pflegeintervalle
  • Brandschutz und Sicherheitsanforderungen: je nach Einsatz und Vorgaben
  • Lichtverhalten: damit Farbideen im Raum nicht ungewollt driften

Vorgaben, die schon früh mitgedacht werden sollen, wenn man über Fensterflächen, Beleuchtung und Farbkonzept spricht.

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Was bedeutet „Lichtechtheit“?

Lichtechtheit ist kein Gefühl. 

Sie ist ein geprüfter Wert. Häufig findet man diesen Wert in Datenblättern als Skala, oft als „Blauwollskala“ von 1 bis 8 angegeben.

Lichtechtheit beschreibt, wie stark sich eine Farbe unter Lichteinfluss verändern kann. Gemeint ist vor allem das Ausbleichen oder das Verändern von Farbtönen, wenn Tageslicht, UV-Anteile und künstliches Licht über längere Zeit auf ein Material einwirken.

Werte richtig verstehen

Die Blauwollskala reicht von 1 (sehr geringe Beständigkeit) bis 8 (sehr hohe Beständigkeit). 

  • Die Skala hilft beim Vergleichen.
  • Sie sagt etwas über die Widerstandsfähigkeit einer Färbung unter Licht.
  • Sie ist eine Orientierung.
  • Der konkrete Einsatz entscheidet, wie relevant ein Wert ist.

Der Unterschied zwischen zwei Stufen ist in der Praxis meist deutlich sichtbar. Gerade bei Fensterzonen oder lang laufender Beleuchtung kann eine kleine Zahl im Datenblatt später große Wirkung haben.

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Sonne, Spots, Schreibtischlampen

Licht ist nicht einfach „hell“. Es gibt große Unterschiede:

  • Direktes Tageslicht: starke Belastung, besonders bei großen Glasflächen
  • Streulicht: weniger aggressiv, aber dauerhaft präsent
  • UV-Anteile: oft der Treiber für Farbveränderungen, je nach Verglasung und Beschattung
  • Künstliche Dauerbeleuchtung: im Objektbereich relevant.

Das Entscheidende: In realen Räumen mischt sich Licht. Deshalb darf man Lichtechtheit nicht isoliert zu betrachten, sondern als Teil des Gesamtkonzepts.

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Warum „schießen“ Stoffe in der Sonne?

Farben reagieren unterschiedlich.

Licht, besonders mit UV-Anteilen, kann Farbstoffe und Pigmente verändern . Manche Farbsysteme reagieren schneller, andere langsamer. Das Resultat ist nicht immer klassisches Ausbleichen. Manchmal kippt ein Farbton leicht. Manchmal verliert er Tiefe oder eine Fläche wirkt plötzlich flacher.

„Schießen“ ist dafür ein bekanntes Wort.

Faser, Farbe, Färbung

Es ist verlockend, Lichtechtheit nach Material zu sortieren. Denn Lichtechtheit entsteht jedoch aus einer Kombination aus Faserart, Farbton, Färbemethode, Ausrüstung und Finish und Einsatzort im Raum.

Ein und dieselbe Faser kann sehr unterschiedliche Werte haben, abhängig davon, wie sie gefärbt wurde und in welchem Ton. Ein „objekttauglicher“ Stoff kann an der falschen Stelle trotzdem Überraschungen liefern, wenn Licht und Farbton ungünstig zusammenkommen.

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Materialvergleich

Wolle
Wolle kann in Innenräumen solide Lichtechtheitswerte erreichen, besonders bei guter Färbung und passenden Farbtönen. Zusätzlich kommen praktische Vorteile dazu. Für stark belichtete Zonen gilt: Wert im Datenblatt checken, Farbton mitdenken, Position im Raum klären.

Leinen und Baumwolle
Beidee können, je nach Färbung und Farbton, empfindlich reagieren. Besonders klare Farben zeigen Veränderungen schneller als gebrochene Töne.  Das ist ein Argument für kluge Platzierung: indirekteres Licht, bewusst gewählte Farbfamilien, oder der Wunsch nach einer Patina, die sich entwickelt.

Synthetische Fasern
Bei bestimmten synthetischen Fasern wird Farbe in das Material integriert. Das kann in hellen Zonen ein Vorteil sein, weil die Farbwirkung unter Dauerlicht stabiler bleibt. Diese Qualitäten fühlen sich anders an als Naturfasern. In stark frequentierten Bereichen ist das oft akzeptabel.

Velours, Chenille, Mikrofaser
Licht und Blickwinkel verändern durch den Flor dieser Stoffe die Farbwahrnehmung. Kleine Veränderungen fallen weniger auf als bei glatten Geweben. Pflege, Abrieb und Lichtechtheit sind drei getrennte Kapitel. Datenblatt statt Bauchgefühl!

Performancegewebe
Technische Gewebe, die für hohe Lichtbelastung entwickelt wurden, tauchen immer öfter innen auf. Vor allen als Lösung für Wintergärten, großzügige Glasflächen oder Arbeitsbereiche mit viel Licht.

Welche Lichtechtheit ist „gut genug“?

Es gibt keine Zahl, die für alle Räume passt, ohne den Kontext zu kennen.

Sinnvoll ist eine Orientierung, kombiniert mit einer einfachen Logik:

  1. Viel direkte Sonne oder sehr helle Fensterzonen: tendenziell höhere Werte einplanen
  2. Gemischtes Licht, weniger direkte Belastung: mittlere Werte können ausreichen
  3. Sensible Farbtöne (sehr dunkel, sehr intensiv, sehr klar): genauer hinschauen
  4. Objektbereiche mit langer Nutzungsdauer: eher konservativ entscheiden

Wenn ein Projekt besonders anspruchsvoll ist, lohnt sich ein zusätzlicher Schritt. Muster im realen Licht anschauen. Nicht nur im Schauraum, nicht nur im Abendlicht.

Vier Fragen
zur Stoffauswahl

Praxisteil

  1. Wo liegt die Fläche im Raum?
    Fensterfront, Nische, Innenwand, Durchgang

  2. Wie sieht das Lichtprofil aus?
    Viel Sonne, viel Streulicht, lange Beleuchtungszeiten

  3. Wie anspruchsvoll ist der Farbton?
    Tiefes Blau, sattes Grün, warmes Rot, sehr helle Pastelle

  4. Wie lange soll die Lösung optisch wirken, bevor ein Austausch denkbar ist?
    Kurzfristig anders als langfristig, privat anders als Objekt

Diese Fragen sind banal. Und genau deshalb sind sie so nützlich. Sie holen das Thema aus dem Technischen ins Planerische

Sparkasse Rattenberg

Lichtechtheit gehörte in diesem Projekt in dieselbe Gedankenreihe wie Reinigung, Strapazierfähigkeit und Oberflächenbild. Und zwar als Planungsparameter, als Guideline für die Stoffauswahl.

Für zuhause gilt dasselbe, nur im kleineren Maßstab: Wenn ein Sofa täglich Sonne abbekommt, dann macht das etwas mit der Farbe. Wer das früh einkalkuliert, entscheidet entspannter. Und oft sogar schöner, weil Material, Farbton und Platzierung gemeinsam gedacht sind.

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FAZIT

Lichtechtheit ist kein Spezialwissen für Labors. Sie ist ein Werkzeug für gute Entscheidungen. Im Objektbereich, im privaten Raum, überall dort, wo Licht eine Hauptrolle spielt.

Wir empfehlen deshalb eine klare Routine: Lichtsituation verstehen, Farbton ernst nehmen, Wert prüfen, Muster im echten Licht anschauen. Fachlich.

Teresa Gruber

BSc.; Interior Design

Mit ihrem Blick für Texturen, Farben und die feine Balance zwischen Funktion und Design begleitet sie Raumgestaltungen in unterschiedlichsten Projekten. In ihren Beiträgen teilt sie Einblicke aus der Praxis, Inspirationen aus der Welt des Interior Designs und Tipps für eine durchdachte Planung.

„Gutes Interior Design beginnt für mich dort, wo Materialien auf subtile Art wirken und das Ambiente gestalten.“

BERATUNGSTERMIN MIT TERESA VEREINBAREN
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