Eine Farbe
& unsere Meinung

Pantone hat für 2026 erstmals Weiß gewählt. Ein Ton, der wenig sagt – und gerade deshalb viel auslöst.

Für manche ist „Cloud Dancer“ ein mutiger Schritt zurück zum Wesentlichen, für andere ein Nicht-Farb-Statement. Wir sehen darin etwas Drittes: den Beginn einer neuen Auseinandersetzung mit Farbe.

Grundsätzlich: Weiß erscheint zunächst vielleicht als eine Art Rückzug, als einfache Lösung. Aber aus unserer Erfahrung im Interior Design privater Wohnräume können wir sagen: Es bedeutet Arbeit.

Weiß verlangt, dass man sich mit Material, Licht und der gesamten Komposition noch intensiver auseinandersetzt. Und es zeigt deutlich, wie ein Raum gebaut ist.

Key Facts

  • Pantone wählt 2026 erstmals einen Weißton: Cloud Dancer.

  • Wir sehen Cloud Dancer als anspruchsvolle Gestaltungsbasis, nicht als Trendfarbe.

  • Weiß zeigt seine Wirkung durch Materialität, Licht und Proportion.

  • Erfahrungen aus Projekten wie Das Ludwig, Sonnen Resort Naturns oder Hotel Wildspitze zeigen: Weiß funktioniert mit Struktur und Tiefe.

  • Analyse und Projektbeispiele für den Einsatz von weißer Farbe im realen Leben

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Unsere Einschätzung

Cloud Dancer wird kein Trend. Es wird ein Prüfstein für die Gestaltung.

Wir kennen das aus unseren Projekten – ob in der klaren Offenheit der K-Lodge View, der feinen Ton-in-Ton-Zurückhaltung in Sonnen Resort Naturns oder den weich modellierten Flächen im Das Ludwig.

Dort hat Weiß nie nur neutral gewirkt, war nie eine Nicht-Farbe. Vielmehr haben wir gesehen, dass es fordert: Gedanken, Konzepte Know-how. Und in diesem gelungene Beispielen von Gestaltung im Hotel auch bekommen.

Auf welche Weise wird dieser spezielle Weißton 2026 relevant sein – und wann funktioniert er im Interior Design weniger gut?
Wir zeigen, wie Weiß in Hotels und Wohnräumen funktionieren kann, wenn Materialität und Textur als wichtige Elemente mitbedacht werden.

„Cloud Dancer ist mehr als eine Farbe – es ist eine Einstellung.

In unserer Zeit, die von visueller Überreizung geprägt ist, wählt Pantone bewusst die Zurückhaltung.

Das ist folgerichtig – aber auch mutig.“

Teresa Gruber, BA; Innenarchitektin für privates Wohnen
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Tatsächlich spaltet die Wahl die Design-Community. Während einige in Cloud Dancer einen überfälligen Reset sehen, befürchten andere eine Welle steriler, charakterloser Räume.

Beides ist möglich. Die Frage ist nicht, ob Cloud Dancer funktioniert, sondern wie man damit arbeitet.

Nicht jedes Weiß ist gleich. Cloud Dancer trägt seinen Namen zu Recht: Der Ton besitzt eine subtile Wärme, die an morgendliche Wolkenformationen erinnert.

Im Gegensatz zu reinem Weiß wirkt er weicher, einladender – aber auch anspruchsvoller in der Anwendung.

„Weiß ist keine sehr einfache Farbe. Es reagiert extrem auf Licht, auf Materialien, auf die Umgebung.

Ein falscher Weißton kann einen Raum kalt und abweisend machen. Cloud Dancer braucht also die richtigen Partner: natürliche Materialien, durchdachte Lichtplanung, haptische Oberflächen und Farben, die sich ihm entweder geschmeidig annähern oder es schön kontrastieren.“

Teresa Gruber, BA; Innenarchitektin für privates Wohnen
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WEISS IM HOTEL

In unseren Projekten – ob Hoteleinrichtung oder privates Wohnen – haben wir immer wieder mit ähnlichen Weißtönen gearbeitet.

Nicht, weil sie gerade Trend sind, sondern weil sie funktionieren: als Bühne für Architektur, als Verstärker für Tageslicht, als ruhiger Hintergrund für das Leben, das sich darin abspielt. Zu sehen beispielsweise im Hotel DAS LUDWIG in Lindau.

Mehr zum Projekt DAS LUDWIG in Lindau
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Weiß als Gegenpol

Sehr deutlich wird der Charakter von Weiß im alpinen Kontext, etwa im Hotel Wildspitze. Weiß tritt hier nicht per se in den Vordergrund. Es ordnet, schafft Abstand zwischen starken Elementen. Es ist nicht Dekoration, sondern Rahmen und bewusst eingesetztes Element der Stille. 

Man merkt schnell: Weiß ist hier nicht gewählt worden, um leicht zu sein. Sondern um Gewicht zu balancieren. Es steht nicht im Mittelpunkt, sondern hält den Raum zusammen.

Mehr zum Projekt HOTEL WILDSPITZE im Pitztal
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Farbräume verbinden

Im Sonnen Resort Naturns tritt Weiß verbindendes Element zwischen Licht, Raum und Material. Tageslicht gelangt ins Innere, helle Flächen reagieren darauf beinahe weich. Weiß wirkt nicht isoliert, sondern eingebettet in ein Gefüge aus natürlichen Materialien, Texturen und ruhigen Übergängen.

Ein Weiß, das nicht fordert, sondern begleitet.

Mehr zum Projekt Sonnen Resort in Naturns
Textile Raumgestaltung in Beige: Bouclé-Sofa, strukturierter Vorhang und Leinenbettwäsche in tonaler Abstimmung – gestaltet für ein ruhiges, elegantes Hotelerlebnis.

Fazit

Herzlich willkommen, Cloud Dancer,
in der Welt der Wohnraumgestaltung!

Cloud Dancer“ ist eine interessante Wahl – die uns als professionelle Einrichter und Gestalter von Räumen vor neue Aufgaben stellt.

Sensible Farbkombinationen und vor allem Materialien, die sich mit einem weißen Gegenstück wohlfühlen – das gilt es zu finden und in Ambiente zu übersetzen. Weiß kann keine Entscheidungen ersetzen. Es kann keine schlechte Proportion retten. Es kann fehlende Materialität nicht überspielen.

Und vielleicht ist genau das der Punkt, an dem Cloud Dancer interessant wird. Nicht, weil es neu ist, sondern, weil er nichts verspricht. Er lenkt den Blick weg von der Farbe – hin zur Gestaltung selbst. Cloud Dancer wird nichts vereinfachen, aber den Blick verschieben: von einem Fokus auf Farbe zur Architektur, zu Proportionen. 

Was dann und dort sichtbar wird, hängt nicht vom Weiß ab.

Ihr Wohnprojekt 

  1. Gesamtprozess-Dauer: 3–8 Monate je nach Projektumfang

  2. Investition: Transparent kalkuliert kommt es ab der Planungsphase (Schritt 2) zu Kosten, die bei Beauftragung für die Umsetzung verrechnet werden. 

  3. Ihr nächster Schritt: Vereinbaren Sie Ihr kostenloses Erstberatungsgespräch und erfahren Sie, wie der 5-Schritte-Prozess für Ihr Projekt aussehen könnte.
ERSTGESPRÄCH VEREINBAREN
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Teresa Gruber

BSc.; Interior Design

Mit ihrem Blick für Texturen, Farben und die feine Balance zwischen Funktion und Design begleitet sie Raumgestaltungen in unterschiedlichsten Projekten. In ihren Beiträgen teilt sie Einblicke aus der Praxis, Inspirationen aus der Welt des Interior Designs und Tipps für eine durchdachte Planung.

„Gutes Interior Design beginnt für mich dort, wo Materialien auf subtile Art wirken und das Ambiente gestalten.“

E-Mail an Teresa
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Bilder: Moritz OrglerGünther Egger - www.european-photographers.eu, karinpasterer.com, Sonnen Resort, Naturns (I), Adobe Stock, home INTERIOR